Der Digitalpakt ist eine Vereinbarung der Bundesregierung mit den Ländern. Über den ersten "DigitalPakt Schule" profitierten die Schulen in Rheinland-Pfalz ab 2019 von rund 300 Millionen Euro Bundesmitteln. Mit dem Digitalpakt 2.0 setzt der Bund die Förderung ab 2026 fort.
Die Mittel des Digitalpakts 2.0 verteilen sich auf drei Handlungsstränge, die alle darauf abzielen, die digitale Bildung an den Schulen verlässlich weiterzuentwickeln. Die Anträge für den ersten Handlungsstrang, der an den DigitalPakt Schule anknüpft, stellen dabei die jeweils zuständigen Schulträger. Für eine Förderung vorgesehen sind weiterhin Träger von Schulen gemäß § 22 des Schulgesetzes, Träger von Ersatzschulen gemäß § 5 des Privatschulgesetzes und Träger von Schulen gemäß § 9 des Pflegeberufegesetzes,
Die geplante Förderrichtlinie des Landes orientiert sich an der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, die folgende Investitionen und Ausgaben als förderfähig benennt:
1. Digitale Bildungsinfrastrukturen
Digitale Bildungsinfrastrukturen, die den unterrichtlichen Einsatz von IT-Systemen und digitalen Bildungsmedien zu Bildungszwecken ermöglichen. Dies umfasst die erforderliche Hardware einschließlich betriebserforderlicher Software (Schwerpunkt Technik) sowie die zum Einsatz als Bildungsinfrastruktur unterrichtlich genutzte Anwendungssoftware und digitale Bildungsmedien (Schwerpunkt Bildungsinhalte).
Im Schwerpunkt Technik sind insbesondere die digitale Vernetzung in Schulgebäuden einschließlich Schulserver, schulische WLAN-Infrastruktur und digitale Ausstattung in unterrichtlich genutzten Räumen mit Anzeige- und Interaktionsgeräten und digitalen Arbeitsgeräten förderfähig. Im Schwerpunkt Bildungsinhalte sind insbesondere didaktische Anwendungen, unterrichtlich genutzte Software, digitale Bildungsinhalte und -medien, Werkzeuge zur Erstellung professioneller Online-Lehr- und Lernangebote sowie Systeme zur Mediendistribution förderfähig.
2. Mobile Endgeräte
Mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler, unterrichtlich tätige Personen und weiteres schulisches Personal, das einen Bildungsauftrag erfüllt, zum Einsatz für schulische Zwecke einschließlich hybrider Lehr- und Lernformen mit einem orts- und zeitunab-hängigen Zugriff auf Lerninhalte und Aufgaben.
3. IT-Administration
a) Befristete Ausgaben in unmittelbarer Verbindung mit Investitionsmaßnahmen für den Auf- und Ausbau von Strukturen für die professionelle Administration der digitalen Infrastrukturen und den professionellen Support.
b) Qualifizierung und Weiterbildung von bei den Ländern oder bei den Schulträgern an-gestellten IT-Administratorinnen und Administratoren in Höhe von bis zu 10.000 Euro einmalig je Fachkraft. Qualifizierungen und Weiterbildungen müssen einen unmittelbaren Bezug zu Systemen und Technologien haben, die für die zu betreuenden Schulen eingesetzt werden oder deren Einführung konkret geplant ist.
Schulbezogene Maßnahmen können als schulische, regionale oder landesweite Maßnahmen durchgeführt werden.
Das Gesamtvolumen des Digitalpakts 2.0 beträgt 5 Milliarden Euro, davon entfallen rund 102 Millionen Euro an Bundesmitteln unmittelbar auf Rheinland-Pfalz. Die Vereinbarung sieht vor, dass diese Bundesmittel durch zusätzliche Mittel aus dem Land ergänzt werden müssen. Diese Eigenanteile liegen bei voraussichtlich rund 22,5 Millionen, sodass die Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz von insgesamt rund 125 Millionen Euro unmittelbar profitiert.
Den Rahmen setzt eine Förderrichtlinie. Das Land trifft derzeit alle erforderlichen Vorbereitungen für diese landesweite Förderrichtlinie, um den Schulträgern eine zeitnahe Antragstellung zu ermöglichen.
Ein Ziel der neuen Förderrichtlinie ist, dass Beantragung und Bewilligung im Vergleich zum ersten DigitalPakt unbürokratischer und einfacher gestaltet werden. Als Partnerin für die Abwicklung soll erneut die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz eingesetzt werden.